| Rinteln(la).
Rund 500 Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel standen am Montag
vor dem Brückentorsaal Schlange. Sie wollten das erleben, wovon
die Kinder seit Wochen redeten: das vierte Niedersächsische
Kinderliederfestival, das, gesponsert von der Schaumburger Zeitung,
der Sparkasse und den Stadtwerken, erstmals in Rinteln stattfand.
Es war ein buntes Programm von Kindern für
Kinder und Erwachsene, das von der Gruppe „Unmada“ und
dem „Ben Guri“ Theater begleitet wurde. Seit Wochen
waren die Kinder in den Kindergärten Exten, Nicolai und Comenius
sowie an den Grundschulen Nord und Süd mit den Vorbereitungen
beschäftigt gewesen. Jede Gruppe hatte sich ein Lied des Liedermachers
Manfred Kindel von der Gruppe „Unmada“ ausgesucht und
sich dazu einiges einfallen lassen. Das Lampenfieber vor dem ertsen
großen Auftritt war bei den 150 kleinen Akteuren riesig. Doch
die liebevolle Betreuung durch Anne Schneider vom „Ben Guri
Theater“ bei der Generalprobe nahm den Kindern die Angst.
Angeführt von Clown Fidolo (Horst Schneider) und den Musikern
Käpt'n Zoff (Manfred Kindel) und Planke (Dieter Schernus) begrüßten
54 Kinder des Schulchors der Grundschule Süd mit „Hallo,
Hallo“ das Publikum. Als Mond und Sterne verkleidet sangen
und tanzten sie ein Lied von der sich drehenden Erde.
PiPaPo-Piraten aus Exten stürmten die Bühne
Während sich hinter der Bühne die Nachwuchskünstler
des Kindergartens Exten auf ihren Auftritt vorbereiteten, unterhielten
Käpt'n Zoff und Planke die großen und kleinen Zuhörer
mit Mitmachliedern und sorgten für riesige Stimmung im Saal.
Dann stürmten die „Pipapo-Piraten“ aus Exten die
Bühne. Sie sangen von Dingen, die Piraten essen – oder
nicht – und „warfen“ dabei mit Tomaten, Feuer
und Eis. Man sah den kleinen Piraten die Freude an ihrem Auftritt
an, und als sie mit tosendem Beifall verabschiedet wurden, leuchteten
ihre Gesichter voller Stolz. In den Wald entführten die Nachwuchskünstler
des Comenius-Kindergartens die Besucher. Feen, Schlangen, Zwerge,
Riesen und jede Menge Waldtiere zogen singend über die Bühne.
Auch hier war tosender Applaus des Publikums der verdiente Lohn
für die Kinder.
Im Glitzergewand trat dann ein „Traumfänger“ auf
und weckte kleine Träume. Indiander vom Nikolai-Kindergarten
tanzten und sangen das Lied „Traumfänger“. Immer
wieder klatschte das Publikum den indianischen Rhytmus mit. Rauschender
Applaus begleitete die kleinen Künstler von der Bühne.
25 Kinder von der Grundschule Nord hatten in der Musik-AG das Stück
„Wir sind Kinder einer Erde“ einstudiert. In bunten
Kostümen befuhren sie mit einem Schiff die Länder der
Erde, die genug für alle hat, wenn alles gerecht verteilt würde,
und von dem Miteinander fremder Kinder in unserer Stadt. Zu den
verschiedenen Strophen, die von einigen Sängerinnen sogar solo
vorgetragen wurden, trugen kleine Gruppen Tänze vor. Auch dieser
Auftritt wurde mit nicht enden wollendem Beifall belohnt. Zum großen
Finale kamen schliesslich alle 150 Kinder noch einmal auf die Bühne
und boten dem Publikum ein buntes fröhliches Bild.
Für die Betreuerinnen der verschiedenen Gruppen gab es Rosen
als Dankeschön für ihre Mühe mit den kleinen Künstlern.
Organisiert hatte die Veranstaltung der Kinderschutzbund war vor
drei Jahren das Mitmachkonzept für Kinder entwickelt worden.
Seitdem hat es schon zahlreiche Konzerte dieser Art gegeben. Für
Rinteln war das vierte niedersächsische Kinderliederfestival
allerdings eine echte Premiere.
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